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„Waldbaden“ oder „Shinrin-Yoku“ – ein authentischer, roter Faden…

13 November 2019

… der letzte Samstag im Juli. Schon beim Aufwachen merkte ich, dass die Luft feucht und sehr warm war. Es hatte in der Nacht kaum Abkühlung gegeben. Auf dem Programm stand die freie Trauung von Angi & Floh auf der Burg Nideggen in der Eifel. Besser gesagt: im natürlichen Burggarten, auf einer Wiese, umringt von Bäumen und viel, viel GRÜN.

Bei den Traugesprächen hatten die Beiden mir von diesem besonderen Ort erzählt. Ein Platz ohne Strom, nur 3 Minuten zu Fuß bis zur Burg, wo im Anschluss gefeiert werden sollte. Die Beiden hatten sich „die Traute“ im FlamingoKleid gewünscht – das war für diese Temperaturen auf alle Fälle super. Als Lied zum Einzug haben  sich Angi & Floh „Shirin-Yoku“ ausgesucht. Der Titel ist japanisch und bedeutet so viel wie „Waldatmen“ oder „Waldbaden“.  Und das sollte sich auch wie der „rote Faden“ durch die freie Trauzeremonie ziehen, denn Beide sind sehr naturverbunden.

Ich recherchierte im Vorfeld und fand eine ganze Menge zum Thema „Waldbaden“, was ja auch bei uns immer populärer wird. Den Wald ganz bewusst, mit allen Sinnen wahrnehmen. Schnuppern, welche Düfte er verströmt, wie erdig die Luft riecht. Sehen, wie unterschiedlich Grüntöne sein können und wie verschieden Rinden, Moose und Flechten sind. Spüren, wie weich, rau, feucht, kühl, warm… die verschiedenen Narurelemente sich anfühlen. Hören, wie sich die Blätter im Wind wiegen oder bei stärkeren Böen kräftiger rascheln und sich den Geschmack des Waldes auf der Zunge zergehen lassen. Ganz bewusst, der Natur nah sein – sich vielleicht eins mit ihr fühlen. Die Ruhe, Natürlichkeit und das Verwurzelte aufnehmen. Selber spüren, wie gut uns die Erde trägt und wie geborgen wir uns im Einklang mit dem Wald fühlen können. Das Thema lag mir und hat mir gut gefallen.

Als ich ankam, war ich begeistert von dem Platz, von seiner Energie und davon, wie wunderschön alles Dekoriert und für die freie Zeremonie vorbereitet war. Meine Vorfreude stieg von Minute zu Minute. Ich begrüßte den Bräutigam und die Familien der Beiden, alle waren noch eifrig mit den letzten Vorbereitungen im Rittersaal und auf der Wiese beschäftigt. Ich packte mit an und machte mich nützlich. Das mache ich gerne, denn so komme ich mit der Stimmung der Hauptakteure in Kontakt und bin schon, bevor es los geht ein Teil des Ganzen.

Dann lernte ich Lutz Adorf, den Fotografen kennen, der auch all diese schönen Fotos in diesem Beitrag gemacht hat. DANKE an dieser Stelle für die wunderbar, eingefangenen Momente. Wir machten, gemeinsam mit dem DJ Christian einen Soundcheck auf der Wiese – mit kabelloser Mikroanlage und es kam nun die Zeit, dass sich „die Traute“ langsam für die Zeremonie schön machen durfte. Die Zeit, in die Strumpfhose und dann in das Kleid zu schlüpfen. Schlüpfen wäre schön gewesen… in der Zwischenzeit hatten wir gefühlte 39 Grad bei 88 % Luftfeuchtigkeit. Sämtliche Wetter-Apps verkündeten jedoch frühestens am 16.00 Uhr Regen. Die Gäste waren für 14.00 Uhr zur Trauung geladen – maximal eine Stunde Zeremonie, inkl. Musik und Ritual… da waren wir auf der sicheren Seite. Der Sektempfang konnte dann ja vor dem Burgrestaurant oder im Rittersaal stattfinden. Das war der Plan. Ein guter Plan… wenn ich doch erst mal in dieser Strumpfhose wäre.

Letztendlich klappte es und „die Traute“ war bereit. Bereit die Gäste freundlich zu begrüßen und auf die Erfrischungsgetränke hinzuweisen. Bereit, um dem Bräutigam etwas von der freudigen Nervosität zu nehmen. Bereit, um mit dem ein oder anderen Gast etwas Small-Talk zu halten.

Dann kam SIE! Die wunderschöne Braut, begleitet von Blumenkindern und dem stolzen Vater. Diesen Moment liebe ich sehr. Diesen Moment, wo alle Energie und Aufmerksamkeit bei der Braut sind. Diesen Moment, an dem ich die Freude und Liebe des Bräutigams spüren kann. Diesen Moment, bevor es dann mit der Zeremonie los geht.

 

Dann war „die Traute“ in ihrem Element. Wir lauschten der Musik. Das Brautpaar begrüßte sich liebevoll, setzte sich und alle Gäste nahmen ihre Plätze wieder ein. Dann kam das Intro – zum Thema „Waldbaden“ mit Hinblick auf das stabile Wetter (bis angekündigt um 16.00 Uhr) und der Begrüßung aller, die jetzt hier zu diesem freudigen Ereignis versammelt waren.

Es war wundervoll. Die Bäume raschelten, es wehte ein kleines, zartes Lüftchen und eine breite Facette von sämtlichen Emotionen war beim Brautpaar und seinen Gästen zu Gast. Es wurde gelacht, geklatscht, vor Freude geweint. Die Ehe wurde sich versprochen und das JA kam den Beiden entschlossen von den Lippen. Die Ringe wurde gebracht und getauscht. Es war bezaubernd, rührend und ganz wundervoll. Mir kullerten zwischendrin auch ein paar Tränchen die Wangen runter.

Es war eine runde Sache. Der Abschluss sollte das „Ritual“ – ein Hausbau mit Materialien aus Haus & Garten und einem alten Holzsteeg sein. Es war alles vorbereitet, ich moderierte den nächsten Schritt an, lud alle Gäste nach Vorne ein, damit sie das Ritual besser sehen konnten. Das Brautpaar stand auf, stellte sich in Position, war bereit für den „Hausbau“…

… dann ging es, komplett ohne Vorankündigung los. Der Himmel öffnete seine Pforten und es schüttete aus Kübeln. Das war Waldbaden vom Feinsten. Brautpaar, Hochzeitsgesellschaft, Dienstleister… alle mittendrin und live dabei.

Es war unglaublich! Von einer auf die andere Minute waren wir alle gebadet. Es hörte auch erst mal nicht mehr auf. Alle Wetter-Apps hatten sich um mindestens 1 Stunde verrechnet. Irgendwie schafften es alle zur Burg hinauf. Sturzbachartig rann das Wasser das Kopfsteinpflaster hinunter und nahm auf all die schönen Schuhe keine Rücksicht. Wie begossene Pudel trafen sich alle im Rittersaal. Nach einem kurzen Schock floss der Sekt in Strömen, die Stimmung nahm wieder Fahrt auf und es wird für alle eine immer in Erinnerung bleibende Hochzeit bleiben! „Waldbaden“ im wahrsten Sinne des Wortes! „die Traute“ fand es toll! Vielen Dank an Lutz Adorf für die wundervollen Fotos.

Was war euer besonderes Erlebnis im Rahmen einer freien Trauung? Über eure Geschichten freue ich mich und verbleibe mit herzlichen Grüße eure Nicole – „die Traute“

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